50 Jahre „Tongue and Lips“-Logo der Rolling Stones "Sticky Fingers" war der musikalische Wendepunkt ihrer Karriere

(prc) – Es war der 23. April 1971, an dem ein wahres Meisterwerk der Musikgeschichte erschienen ist. Sticky Fingers, das neunte Studioalbum der Rolling Stones, war zugleich ein Wendepunkt in der Geschichte der Band. Ende der 60er spielten die Stones kaum noch Konzerte, die Spannungen zwischen Frontman Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards schienen unüberwindbar und der starke Drogenkonsum von Gitarrist Brian Jones wurde zunehmend zur Belastung. Obendrein lief der Plattenvertrag mit Decca Records aus.

Doch die Band stellte die Weichen neu und gründete ihr eigenes Plattenlabel Rolling Stones Records. Ihr neues Markenzeichen wurde das legendäre „Tongue and Lips“-Logo, entworfen von dem damals noch unbekannten Kunst-Studenten John Pasche. Es sollte ihre anti-autoritäre Haltung, Jaggers Mund und die offensichtlichen sexuellen Bezüge der Band zum Ausdruck bringen. Brian Jones musste die Band eher unfreiwillig verlassen und wurde durch Mick Taylor ersetzt. Von März 1969 bis Januar 1971 arbeiteten die Stones in verschiedenen Studios an ihrem neuen Album. Am Ende standen zehn miteinander harmonierende Songs auf der Trackliste, zwei davon – Brown Sugar und Wild Horses – wurden als Singles ausgekoppelt. Der Verkaufserfolg von Sticky Fingers ließ nicht lange auf sich warten: Platz eins in den britischen und US-amerikanischen Charts.

Für großes Aufsehen sorgte auch das von Andy Warhol gestaltete Cover. Es zeigt den Unterkörper eines Mannes in einer knallengen Jeans. Bei den ersten Exemplaren wurde sogar ein funktionierender Reißverschluss eingearbeitet, unter dem beim Öffnen weiße Unterwäsche zum Vorschein kam. Da es immer wieder zu Beschädigungen am Vinyl gekommen ist, wurde er bei späteren Auflagen weggelassen.

Zum 50-jährigen Jubiläum von Sticky Fingers hat der Fotograf Gerd Schaller ein bemerkenswertes Fotokunstwerk erschaffen. Es zeigt die überdimensionale Inszenierung einer der ersten Vinylschallplatten in der englischen Originalpressung auf einem Garrard HiFi-Plattenspieler Zero 100 S. Das Werk ist Teil seiner Vinylography-Reihe und als Masterpiece in verschiedenen Formaten bis zu 180 x 161 cm erhältlich.

SAZ-Redakteur

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