Angela Merkel kommt nach Bayreuth zu den Festspielen Falsches Signal gegenüber den Flutopfern?

Bayreuth (dpa/KL) – Auch im letzten Jahr ihrer Amtszeit kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Bayreuth zu den Festspielen. Sie gehöre zu den Premierengästen an diesem Sonntag (25. Juli), teilte die Stadt Bayreuth am Donnerstag mit.

 

Das Opern-Festival beginnt nach der Absage im Vorjahr nun mit einer Neu-Inszenierung des Werkes «Der fliegende Holländer». Lange war unklar, ob Merkel in diesem Jahr zu den Festspielen reist. Wegen der Abstandsregelung dürfen deutlich weniger Zuschauer als sonst ins Haus.

Merkel und ihr Mann Joachim Sauer sind seit vielen Jahren Stammgäste am Grünen Hügel in Bayreuth. Meist beließ es das Paar nicht bei der Eröffnungs-Inszenierung, sondern schaute sich auch einige Tage später noch Wagner-Opern im Festspielhaus an.

Am Sonntag nach Bayreuth reisen wird auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), begleitet von zahlreichen Ministern seines Kabinetts. Zu den Premierengästen zählen außerdem der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und sein Amtskollege Tobias Hans aus dem Saarland (beide CDU).

Prominente Gäste abseits der Politik sind Gloria von Thurn und Taxis, Schauspieler Francis Fulton-Smith («Dr. Kleist») sowie der Kabarettist Michl Müller. Die Eröffnung der Festspiele dürfte wegen der Corona-Beschränkungen deutlich nüchterner ausfallen als sonst üblich: Der rote Teppich bleibt im Depot, auch gibt es keinen Staatsempfang. Der Platz direkt vor dem Festspielhaus wird für Schaulustige gesperrt.

Ob die Teilnahme an einem der größten und bekanntesten Festspiele Deutschlands eine angemessene Aktion seitens der Spitzenpolitik ist, lassen wir mal so im Raum stehen. Gefallen wird das den vielen tausend Betroffenen der Überflutungen sicher nicht.

Christian Klippel

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