Arzneimittelversorgung muss gesichert sein Online-Kolumne von Dr. Anja Weisgerber, MdL

In den Apotheken sind die Regale leergefegt. Die Versorgungslage mit Medikamenten hat sich in den letzten Wochen massiv verschlechtert. Es fehlen gängige Schmerzmittel, Fiebersäfte und Antibiotika, aber auch Insulin und Krebsmedikamente.

Dieser unhaltbare Zustand stellt insbesondere Familien mit kleinen Kindern, aber auch Krebspatienten vor große Herausforderungen.
Die Hauptursache für den Mangel ist die Verlagerung der Produktion ins Ausland. Die meisten Arzneimittel oder die Stoffe, die man für die Herstellung benötigt, werden in Asien produziert. Dort ist die Produktion billiger. Das haben wir in der Vergangenheit so hingenommen, weil es unseren Geldbeutel und die Krankenkassen weniger belastet hat. Während der Corona-Pandemie hat sich jedoch gezeigt: Das war zu kurz gedacht. Auch von anderen Ländern unabhängig sein, ist wichtig.

CSU/ CDU wurden aktiv

In der vergangenen Wahlperiode haben die CDU/CSU im Deutschen Bundestag bereits Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und Lieferengpässe zu vermeiden. Statt hier anzusetzen, hat die Ampelregierung den Apothekerinnen und Apothekern sowie der pharmazeutischen Industrie im Rahmen der Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung weitere Belastungen auferlegt. Diese Belastungen verschärfen die Situation noch weiter. Der Bundesgesundheitsminister kündigt lediglich langfristige Regelungen an.
Es muss aber jetzt gehandelt werden. Die Unionsfraktion fordert daher in einem Antrag an den Bundestag einen Beschaffungsgipfel. Bund und Länder, Ärzte und Apotheker, Krankenkassen und Krankenhäuser sowie der Arzneimittel-Großhandel sollen sich an einen Tisch setzen und überlegen, wie man kurzfristig lebensnotwendige Medikamente beschaffen kann. Außerdem will die Unionsfraktion ein Frühwarnsystem aufbauen, um Engpässe rechtzeitig zu erkennen. Denn wir müssen alle gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wichtige Arzneimittel wieder in Europa produziert und wir so unabhängiger werden.

Christian Klippel

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