„Das Wir war größer als das Ich“ Dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Krankenhaus St. Josef

Schweinfurt. Die Zahl der examinierten Pflegekräfte in der Region ist Ende Juli um genau 22 angewachsen. Denn insgesamt 22 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Pflege am Krankenhaus St. Josef haben ihre dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger erfolgreich absolviert und ihre Examenszeugnisse erhalten. 

Vier der Absolventen – Alexa Bartenstein, Lara Schmitt, Moussa Shalabei und Aisa Sow – wurden sogar mit dem Staatspreis ausgezeichnet, weil sie ihre Ausbildung mit einem Notendurchschnitt besser als 1,5 abgeschlossen haben. Insgesamt betrachtet ist schon allein der Berufsabschluss eine herausragende Leistung, denn hinter den 22 frisch examinierten Pflegekräften liegen harte Zeiten.

Ihre Ausbildung fing im September 2019 ganz normal an. Da trafen sich die neuen Schülerinnen und Schüler, wie in der Berufsfachschule am Krankenhaus St. Josef üblich, zum Kennenlernen in Kleineibstadt und verbrachten drei Tage zur Teambildung, die unter dem Motto „Wir ist größer als ich“ standen. Doch was im März 2019 mit Ausbruch der Corona-Pandemie folgte, damit hatte keiner gerechnet: Lockdown, Homeschooling, Ausnahmesituationen auf den Stationen – und das nicht nur ein paar Monate, sondern gut zwei Jahre. 

Manch einer wäre schreiend davongelaufen und hätte alles hingeworfen. Doch die Auszubildenden haben sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen, sondern die Berufsausbildung am „Josefskrankenhaus“ trotz der erschwerten Rahmenbedingungen durchgezogen. „Das Wir war größer als das Ich“, blickte Schulleiter Elmar Pfister in der Examensfeier, die gemeinsam mit den Familien, Freunden und Weggefährten in der Kirche St. Kilian stattfand, zurück. „Mit dem Beruf haben Sie sich für eine Wir-Kultur entschieden“, fügte er hinzu. 

Schwester Lydia Wießler, Kommunitätsleiterin und Ordensbeauftragte, sagte: „Sie haben die Zukunft der Krankenpflege in der Hand. Vertrauen Sie auf neue Perspektiven, die sich Ihnen eröffnen werden.“ Sie überreichte den Absolventen zum Abschied eine Ansteckuhr. „Die Schwestern haben sie früher Pulsuhr genannt, heute heißt sie Zeitmesser. Sie werden in Zukunft Ihre eigene Bezeichnung finden.“

Pflegedirektor Stefan Werner dankte in seiner Rede allen – den Lehrern und Dozenten, den Praxisanleitern und den Stationsleitern – die die Ausbildung begleitet haben. „Die Rahmenbedingungen waren nicht optimal … Ohne Sie wäre diese Qualität der Ausbildung nicht möglich gewesen.“ Den Absolventen gab er mit auf den Weg: „Bleiben Sie wissbegierig, bleiben Sie kritisch, bleiben Sie mutig. Gestalten Sie Pflege mit!“ 15 Absolventen werden dies künftig im Krankenhaus St. Josef tun, alle anderen wechseln an andere Einrichtungen, gab Werner bekannt. „Schön, dass Sie alle in der Pflege bleiben“.

Yvonne Riegel-Then, Personalleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung, schloss sich mit ihren Glückwünschen an. „Sie rutschen in turbulente Zeiten und Unsicherheiten. Lassen Sie sich nicht hinreißen, Sicherheit als Mangelware zu empfinden. Sondern geben Sie durch Ihr Handeln Sicherheit, nicht nur für den Patienten, sondern auch für das, wofür das St. Josef steht: gute und hohe Pflege.“

Erleichtert und überglücklich, das Examen nach all den Herausforderungen, die die Ausbildung mit sich brachte, endlich in den Händen zu halten, so präsentierten sich die Absolventen bei der Feier. In ihrer Rede ließen Maximilian Emmerling und Alexa Bartenstein stellvertretend für alle Examinierten die drei Ausbildungsjahre Revue passieren und sprachen allen Beteiligten einen großen Dank aus. Zum Abschied bekam jeder Lehrer der Berufsfachschule sogar ein persönliches Geschenk überreicht. Es folgte die traditionelle Party im Patientengarten des Krankenhauses – bei schönem Sommerwetter und bester Laune.

SAZ-Redakteur

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