Ein Mittag bei der Schweinfurter Suppenküche Stefan Labus: „Wer Hunger hat, ist bei uns richtig aufgehoben“

Bereits vor der eigentlichen Mittagszeit warten 20 Personen vor der Schweinfurter Suppenküche im Hinterhof der Friedrichstraße 8,

wo Irena und Alex montags bis freitags von 11 bis 13 Uhr etwa um die 40 Personen , manchmal sogar 50 Personen, mit warmer Suppe versorgen. An diesem Donnerstag ist es Hühnereintopf mit Nudeln, dazu ein Brötchen und eine gesunde Bionade-Limo, gratis und trotzdem frisch gemacht. Peter Schmidt (Name geändert) hat sich einen Nachschlag geholt. „Wenn jemand sagt, er hat heute großen Hunger und ich habe genug im Topf, dann geht das“, sagt Irena. „Manche holen auch was ab für die Nachbarn“, ergänzt Stefan Labus.

Gern würde Stefan Labus (im Bild) die Öffnungszeiten der Suppenküche auch auf das Wochenende ausweiten. Foto: Schweinfurter Kindertafel

Gekocht und angeliefert werden die Suppen von Udo Geyer aus Waigolshausen, der mehrere Pizzawagen betreibt und mit „Genuss 67“ Essen im Euerbacher Sportheim kocht, das das er als Vereinswirt betreibt. Über Steffi List wurde der Kontakt zur Schweinfurter Kindertafel hergestellt, die er seitdem mit Suppen für die Suppenküche beliefert. Auf der „Karte“ stehen Rindfleischeintopf, Westerntopf, Schnitzeltopf, Linsen- und Rindereintopf, Bohnensuppe mit Speck und Gemüse, Chilli Con Carne oder ungarisches Gulasch.   3,50 Euro zahlt die Kindertafel an Udo Geyer pro Suppenportion. Selbstkostenpreis. Der Wirt hat einen seiner Verkaufswagen nach Schweinfurt verliehen. Den, in dem Irena und Alex heute stehen, seit 2009 Helfer und selbst Hartz IV-Empfänger. „Bei Udo wurden die Geschäfte ja auch weniger, er hat ihn übrig“, sagt Labus. Und lässt ihn in Schweinfurt auf dem Hof stehen, „so lange wir ihn brauchen“.

Wo jetzt der Ausgabewagen steht, befand sich einst der Gabenzaun. „Der hat die Brücke zur Suppenküche geschlagen“, erzählt Stefan Labus. Spenden für Bedürftige werden aber weiterhin von ihm gesammelt. Labus hat die Kontakte und verteilt sie an Caritas, Lebenshilfe oder das Frauenhaus. Und erzählt mit Freude, dass die letzten Tage zwei Spender, die anonym bleiben wollen, 1200 Euro vorbei brachten, weil sie die Suppenküche so unterstützenswert finden. „Wir leben in einer herzensguten Stadt“, lobt Labus die Hilfsbereitschaft der Bürger. Und glaubt, dass auch ohne Gelder aus dem Stadtsäckel ein Ausdehnen der Essensausgabe sogar auf das Wochenende möglich wäre. „Wenn die Nachfrage noch größer wird, dann könnten wir das binnen 24 Stunden hinbekommen!“

Die Suppenküche soll zur Dauereinrichtung werden und für die Zukunft denkt man auch darüber nach das Speisenangebot auszubauen wie z. B. Wiener mit Kartoffelsalat, Hackfleischküchli mit Pommes oder Pizza, Letzteres ist natürlich das Steckenpferd von Udo Geyer. Doch der wäre bereit und würde an bestimmten Tagen Platz machen, falls andere Gastronomen aufspringen möchten.

Donnerstag, kurz nach 13 Uhr: Irena und Alex, die für ihren Dienst einen Einkaufsgutschein in Höhe von 44 Euro pro Monat bekommen und gratis mit dem Stadtbus fahren dürfen, senken die Klappe des Verkaufswagens ab. Freitag wartet ab 11 Uhr die nächste Suppe auf hungrige Schweinfurter.

Redaktion SAZ

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