Eine Halle für alle (Not-)Fälle Test durch THW und Freiwilliger Feuerwehr Grafenrheinfeld erfolgt

Stromausfall, Starkregen, Evakuierungen oder Stürme. Im Ernstfall werden Turnhallen zu Notunterkünften. Das Problem im Fall der Fälle ist, dass bei den meisten Hallen keine Notstromeinspeisung möglich ist.

Anders künftig in Grafenrheinfeld. Die Gemeinde Grafenrheinfeld hat im Zuge der Sanierung der Altmainsporthalle auf eigene Kosten eine spätere Notstromeinspeisung mit vorgesehen.

„Der Vorschlag kam aus dem Gemeinderat selbst“, blickt Erster Bürgermeister Christian Keller zurück. „Im Frühjahr letzten Jahres zu Beginn der Pandemie war das Thema „Katastrophenschutz“ topaktuell und der Umbau an einem Stand, an dem wir einen Notstromzugang noch problemlos umsetzen konnten“. Der Gemeinderat hat die Mittel freigegeben und so den Weg freigemacht, dass die Altmainsporthalle in Zukunft durch ein leistungsfähiges Notstromaggregat autark, d. h. unabhängig vom öffentlichen Stromnetz, betrieben werden kann. Eine Investition, bei der wir alle hoffen, dass sie hoffentlich nie benötigt wird. Wenn doch, steht aber die Grafenrheinfelder Halle zur Verfügung.

Laut Hartmut Schumm und Matthias Becker vom THW-Ortsverband Gerolzhofen und der Führungsmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld, vertreten durch die Kommandanten Sebastian Berlenz und Holger Schmich ist es wichtig, für einen länger andauernden Stromausfall einen Anlaufpunkt für die Bevölkerung vorzubereiten.

Dieser sollte idealerweise nicht das Feuerwehrhaus sein, damit die Feuerwehr weiterhin einsatzbereit gehalten werden kann. Dieser Anlaufpunkt dient dann der Unterstützung der Bevölkerung zum Absetzen von Notrufen über Digitalfunk (Telefone und Handys funktionieren ja dann nicht mehr), zur Bereitstellung einer überdachten und im Idealfall beheizten Sammelstelle, der Ausgabe von Notverpflegung und der Information der Bevölkerung.

An der für solche Belange nun gerüsteten Sporthalle von Grafenrheinfeld wurde für eben solche Fälle die Einspeisemöglichkeit für ein mobiles Notstromaggregat geschaffen. Diese Einspeisung wurde durch einen simulierten Notstromfall getestet. Dazu wurde das neue auf einem LKW-Anhänger aufgebaute 100kVA-Notstromaggregat des Landkreises vom THW Gerolzhofen nach Grafenrheinfeld transportiert, am vorgesehenen Einspeiseschrank angeschlossen und die Elektroversorgung der Halle nach entsprechenden Messungen durch die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld von Netz- auf Aggregateinspeisung umgeschaltet.

Durch den Hausmeister wurden dann alle Verbraucher nacheinander in Betrieb genommen um die maximale Last festzustellen. Diese betrug ca. 35kW.

Bei einem Rundgang durch die gesamte Halle konnten neben den Vertretern der örtlichen Feuerwehr und des THW Gerolzhofen, auch die anwesenden Gemeinderatsmitglieder und die Vertreter der ausführenden Firmen prüfen, dass die Notstromeinspeisung voll funktionsfähig ist.

„Die Gemeinde hat über den Tellerrand hinausgedacht. Hallen mit der Möglichkeit einer Notstromversorgung sind im Ernstfall nicht zu unterschätzen“, bestätigte bereits zum Zeitpunkt der Planung Kreisbrandrat Holger Strunk.

SAZ-Redaktion3

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