„Während einer Pandemie kann man keinen Fasching feiern“ Neben Fasching leidet das Vereinsleben

Schweinfurt (eva). „Mit 66 Jahren da fängt das Leben an, mit 66 Jahren da hat man Spaß daran.“ So euphorisch wie weiland Udo Jürgens den 66en Geburtstag besang, so euphorisch sieht Horst Dinkel den 66. Geburtstag der ESKAGE wohl nicht. Werden doch die Karnevalisten der Ersten Schweinfurter Karnevals-Gesellschaft im 66. Jahr des Bestehens ohne Auftritte bleiben.
An diesem Wochenende wäre der erste Heimauftritt in der vereinseigenen Halle am Hainig angestanden. Die Vorbereitungen dazu waren Mitte vergangenen Jahres bereits weit gediehen. „Wir haben recht frühzeitig das Prinzenpaar für die Session 2020/21 gefunden. Die Vorbereitungen für die Proklamation waren am laufen. Die Gardemädchen waren, den Hygieneregeln entsprechend, im Training und mit den Büttenrednern standen wir in engem Kontakt “, blickt Horst Dinkel auf den Herbst des vergangenen Jahres zurück.
Je näher jedoch der 11.11. rückte, desto klarer wurde auch bei der ESKAGE die Erkenntnis, den Fasching 2021 wird es nicht geben. „Wir hatten lange auf die Session gehofft, aber mit das Fortschreiten der Pandemie haben wir rechtzeitig alle Veranstaltungen abgesagt. Bei uns steht die Gesundheit unserer Mitglieder und unserer Gäste ganz obern auf der Agenda. Daher gab es für uns nur diese Entscheidung und wie sich gezeigt hat, haben wir richtig gehandelt. Wir sind die Gesellschaft die den Fasching feiert, wo der Spaß an erster Stelle steht. Das kann man nicht in Zeiten einer Pandemie“, so Horst Dinkel.
Es sind aber nicht nur die Absagen der karnevalistischen Veranstaltungen, es sind vielmehr auch die Absagen der gesellschaftlichen und geselligen Termine, welche bei der Gesellschaft ihre Spuren hinterlassen. Kein Flohmarkt, keine Jahresversammlung, kein Fest- und Ehrenabend im Jahr 2021, die Mitglieder haben seit Monaten keine Möglichkeit zur Begegnung. Hinzu kommen auch die finanziellen Einbußen. Als einzige Schweinfurter Faschingsgesellschaft verfügt die ESKAGE über eine eigene Immobilie. Die Kosten laufen weiter, Einnahmen bleiben aus. „Unser Schatzmeister Thomas Horna hat die Finanzen gut aufgestellt. Ein großer Dank gilt der Sparkasse Schweinfurt – Hassberge und der VR Bank Schweinfurt  für deren Entgegenkommen als auch unseren Sponsoren die uns in dieser Situation unterstützen.“ Große Hoffnung legt Horst Dinkel auf die Durchführung des Flohmarktes im August diesen Jahres sowie auf die Kampagne 2022. Das Prinzenpaar 2022 steht bereits fest und freut sich auf die Session.
Ach ja, was macht Horst Dinkel eigentlich am Faschingswochenende und am Faschingsdienstag? „Da halte ich mich fit mit internen Arbeiten. In der aktiven Zeit musste so vieles zurückstecken, das wird nun aufgearbeitet. Zum Beispiel die Chronik gepflegt.“ Naja und ein klein wenig Fasching wird es auch geben. Mit-Präsident Franz Fleischer hat einen „Prinzenwagen“ für Schweinfurts kleinstem Faschingszug gebastelt, den die Antöner virtuell veranstalten. Und am Faschingswochenende wird ein Stream der besten ESKAGE-Auftritte vergangener Jahre gepostet.

SAZ-Redakteur

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