Kindergartenneubau in Geldersheim schafft nur kurzfristig Luft Spielflure mit Garderoben verbinden die einzelnen Bereiche miteinander

Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen ist in Geldersheim groß. So groß, dass sich der Gemeinderat zu einem Neubau an der Schule entschloss. Seit Anfang Januar läuft die Corona-Notbetreuung und demnächst sollen nun auch die Außenanlagen gestaltet werden, sodass die Kinder im Sommer ihr neues Spieleparadies in Beschlag nehmen können.

Doch das Gesamtprojekt ist damit noch nicht vollendet. Weil eine Bedarfsabfrage im Sommer vergangenen Jahres eine weiterhin große Nachfrage erkennen ließ, soll schon Anfang März mit einem Anbau an den neuen Kindergarten begonnen werden. Dort können dann auch die derzeit im Schützengarten untergebrachten Kinder betreut werden. Die Not-Unterkunft muss gemäß behördlichen Auflagen spätestens im Sommer 2022 wieder aufgegeben werden. Bis zum Ende der Gesamtmaßnahme gegen Jahresende wird die Gemeinde Geldersheim dann rund 5,8 Mio. Euro in das vom Architekturbüro Perleth geplante  Gesamtprojekt investiert haben.

So kann sich der St.-Nikolausverein als Träger nun erst einmal über das neue Kindergartengebäude an der Schule freuen, das am 7. Januar seinen Betrieb aufnahm. Corona-bedingt zunächst jedoch nur als Not-Betreuung für alle Eltern, die keine andere Beaufsichtigungsmöglichkeit haben.

Das  neue Gebäude mit einer Grundfläche von 1.375 qm gliedert sich in zwei Nutzungseinheiten, mit zwei eingeschossigen Baukörpern nach Süden und einem zweigeschossigen Baukörper im Norden. Im Erdgeschoss befinden sich der Kindergarten, die zweigruppige Kinderkrippe, die Verwaltung, ein Mehrzweckraum sowie der Speisesaal, der beiden Nutzungseinheiten zur Verfügung steht.
Im Obergeschoss sind die Räume der Mittagsbetreuung der Schulkinder angesiedelt.

Gemäß der unterschiedlichen Nutzung des Gebäudes hat das Gebäude zwei Eingänge. Den der Schulkinder im Norden zum Schulgebäude orientiert und einen weiteren für die Kinder der Kindertagesstätte im Süden.

Die Dächer der eingeschossigen Bauten  wurden als Gründach geplant und ausgeführt, das übrige Dach wurde mit Aluminium versehen.

Als verbindendes Element in den jeweiligen Nutzungseinheiten fungieren die Spielflure mit Garderoben, der die einzelnen Bereiche miteinander verbindet und so als erweiterter Aufenthaltsbereich für die Kinder zu sehen ist.

Ein Treppenraum mit Aufzug ist beiden Nutzungseinheiten angeschlossen und gewährleistet die Barrierefreiheit im Gebäude.

Der St. Nikolausverein als Träger kann den Geldersheimern nun neun Gruppen anbieten. Derzeit besuchen 137 Kinder die auf drei Standorte verteilte Betreuungseinrichtung. Weil im „Stammhaus“ in der Langen Gasse nur für fünf Gruppen Platz war, musste für die sechste das Not-Ausweichquartier im Schützengarten geschaffen werden. Hier können jedoch nur maximal 25 Kinder betreut werden. Spätestens mit dem Anbau an den neuen Kindergarten sind dann endlich  genügend Kapazitäten vorhanden, um allen Kindern einen festen Platz zu bieten. Dann geht auch der große Wunsch von Bürgermeister Thomas Hemmerich in Erfüllung, der sich dieses Ziel auf bei seinem Amtsantritt auf seine Fahnen geschrieben hatte. Der große Kinderzuwachs ist genau genommen auch eine Folge des Abzugs der US-Amerikaner, wodurch rund 100 Wohneinheiten frei wurden. Diese waren relativ schnell wieder durch Familien mit Kindern belegt. Genaue Zahlen waren zu Beginn der Kindergartenplanungen deshalb schwer abschätzbar. Auch die Gesamtbevölkerung ist dadurch auf inzwischen knapp 3.000 Bürger angewachsen.

Mit dem Neubau stehen nun Betreuungsmöglichkeiten zunächst für insgesamt weitere 49 Kinder in drei Gruppen zur Verfügung. Kindergartenleiterin Manuela Klinkenberg rechnet für das kommenden Kindergartenjahr insgesamt mit mindestens 160 Kindern. Gut, dass der Anbau inzwischen schon in seinen Startlöchern steht.

SAZ-Redakteur

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