Kläranlage benötigt eine Ertüchtigung Schmutzwasser und neue Gesetze und Verordnungen

Das Thema „Schmutzwasser in die Kläranlage“ beschäftigte den Gemeinderat.

Wie aus dem Sitzungsprotokoll hervor geht, musste eine Messkampagne erfolgen, weil die Gemeinde für die Kläranlage einen neuen Wasserrechtsbescheid beantragen muss und die Gesetzesrichtlinien sich geändert haben. Die Messkampagne zeigt: die Kläranlage Bergrheinfeld/Grafenrheinfeld ist überlastet, sie zeigt vor allem hohe Belastungsspitzen bei Regen nach Trockenperioden auf. Die gemessene Belastung auf der Kläranlage ist höher, als die vom Gesetzgeber festgesetzte Einwohnerstatistik.

Dr. Stefan Haider vom Fachingenieurbüro H²Office zeigte auf,  dass an 4 Wochen, an 5 Tagen, 24 Stunden lang gemessen wurde. Die Probenauswertung und Analytik wurde im Labor der Kläranlage vorgenommen. Der Anteil aus Grafenrheinfeld beträgt rd. 35 % bzw. nach EW-Belastung ca. 40 %. Das Büro gibt der Gemeinde die Empfehlung, die mit dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen besprochene Variantenuntersuchung fortzusetzen. Dies kann über das Klimaschutz-Förderprogramm der Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums erfolgen.

Der Bauhof führt die Kanalspülung  ein bis zweimal mal pro Jahr durch. In den Neubaugebieten ist ein Trennsystem vorhanden. Wie Dr. Haider weiter ausführte, gäbe es jedoch einen klaren Einfluss von Spülvorgängen bei Regenwetter und Ablagerungen im Kanal bei Trockenwetter. Bei Starkregen treten vermehrt höhere Schmutzfrachten auf, da die Kanäle in Bergrheinfeld sehr flach sind und viel liegenbleibt. Klimatisch bedingt würden auch verstärkt Faulprozesse im Kanal stattfinden. Ebenso treten vermehrt Starkregen-Ereignisse auf. Dafür sei der Fremdwasseranteil  mit unter zehn Prozent ein sehr guter Wert. Für das Abwasser aus Regenwasserzisternen, etwa zur Toilettenspülung fallen Kanalbenutzungsgebühren an. Der Nachweis über die verbrauchten Wassermengen wird über einen Wasserzähler erbracht. Falls kein Zähler vorhanden ist, wird eine pauschale Abwassermenge berechnet. Den Wasserdurchschnittsverbrauch pro Einwohner in der Gemeinde gab Kläranlagenleiter Daniel Keller mit 110 bis 130 Liter pro Person täglich an, was im Bundesdurchschnitt liege.

Durch die neue Gesetzes-Richtlinie sind mehrere neue Parameter und schärfere Bemessungsansätze zu berücksichtigen. Für Verbesserungen und Ertüchtigungen der Kläranlage gibt es aber auch Zuschüsse wie das Förderprogramm „Kommunalrichtlinie Klimaschutz und Energie“. Es läuft bis Dezember 2022. Die Verwaltung wurde am Ende beauftragt einen Förderantrag zu stellen und geeignete Fachbüros um ein Angebot zur Erstellung einer Potentialstudie für die Kläranlage Bergrheinfeld anzufragen.

SAZ-Redakteur

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