Nahversorgung ist Ansichtssache Renovierungsbedürftiger Edeka-Markt im Innenort oder modernes „Main-Center“? Bürger entscheiden

Grafenrheinfeld. Zwischen Berghreinfeld und Grafenrheinfeld soll ein neuer Vollsortimenter entstehen, der unter dem Namen „Main-Center“ den bestehenden Edeka-Markt in der Ortsmitte Grafenrheinfelds ersetzen soll. Auf rund 1.200 qm und mit 126 Stellflächen für Pkws sollen keinen Einkaufswünsche offen bleiben, verspricht die Edeka Nordbayern kin einer Pressemitteilung. Betreiber wären die bisherigen Inhaber des Innenort-Marktes, Burkard Pfister und Herbert Pfrang. Beide betreiben auch den Bergrhreinfelder Edeka-Markt und versichern, dass dieser in vollem Umfang erhalten bleiben wird.

Doch es regt sich auch Widerstand gegen das „Main-Center“, denn der Innenort-Standort ist wegen seiner zentralen Lage sehr beliebt. Zudem wird die große Flächenversiegelung für Markt und Parkplatz als nicht hinnehmbar in einer Zeit des ökologischen Wandels angeführt. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet und einen Bürgerentscheid durchgesetzt, der am 18. April stattfinden wird. 556 Unterschriften waren gegen das Projekt eingereicht worden, rund doppelt so viele, wie nötig gewesen wären.

Die Gemeinde und viele Bürger stehen aber ebenso wie die Edeka Nordbayern und die beiden Betreiber Pfister und Pfrang hinter dem Projekt. als überaus positiv bewertet wird, will eine Bürgerinitiative den alten Markt im Ortszentrum erhalten. Die beiden führen an, dass „entgegen der Argumentation der Bürgerinitiative, die aktuelle innerörtliche Nahversorgung durch unsere sehr kleine EDEKA-Filiale keinesfalls gut aufgestellt und auch seit langem nicht mehr ausreichend ist“. Im Kundenfeedback klinge immer wieder durch, dass der Markt viel zu klein sei, benötigte Produkte im Sortiment schlichtweg fehlen und zu wenige Parkplätze das Einkaufen erschweren. Eine Erweiterung an dieser Stelle sei zudem nicht möglich, erklärt Burkhard Pfister.

Auch die Energiebilanz des innerörtlichen Marktes ist nach heutigem Standard katastrophal und nicht zukunftsfähig. Das Gebäude wurde 1979 errichtet und ist nicht nur aus energetischen Gesichtspunkten ein Dinosaurier, sondern auch in Hinsicht auf die Verwendung der damaligen Baustoffe, Wärmedämmung, Heizung und Kühltechnik. Dieser technische Rückstand in Verbindung mit den deutlich zu geringen Flächen führt dazu, dass Pfister und Pfrang seit Jahren bei ständig steigenden Unterhaltungskosten gleichzeitig rückläufige Kunden- und Umsatzzahlen ausgleichen müssen, die in direktem Zusammenhang mit den genannten Defiziten des bestehenden Marktes stehen.

Aus diesem Grund sind die beiden Kaufmänner schon seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Platz, um die Nahversorgung in Grafenrheinfeld auch in Zukunft qualitativ und quantitativ sicherstellen zu können.

„Wir sind zuversichtlich, dass sich die Bürger in Grafenrheinfeld den nachvollziehbaren Argumenten gerade in Hinblick auf den nicht mehr zeitgemäßen Baukörper im Ortszentrum, den dann deutlich verringerten Verkehrsaufkommen im Herzen von Grafenrheinfeld durch Kunden-und Lieferverkehr, sowie auch das am neuen Standort volle Angebot an regionalen Erzeugnissen nicht verschließen werden. Nach der langen Zeit vor Ort würden wir uns natürlich freuen, wenn wir auch weiterhin als ortsverbundener Händler eine Alternative zu den Discountern sein dürften. Jetzt haben wir nach den vielen Jahren die Möglichkeit, die Nahversorgung für unsere Grafenrheinfelder Kunden auch für die Zukunft sicherzustellen. Diese Chance wollen wir nutzen,“ so Burkhardt Pfister abschließend.

Redaktion SAZ

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