Positiv Getestete befanden sich bereits in Quarantäne Infektionen in zwei Familien sorgen für erneuten Anstieg der Inzidenzwerte

Schweinfurt Stadt und Landkreis. Die Stadt Schweinfurt kämpft weiter mit steigenden Inzidenzwerten. Laut Robert Koch Institut liegt der Inzidenzwert Montag,14. Juni 2021, bei 82,4 (im Landkreis Schweinfurt bei 7,8).

Nun aber können eindeutige Infektionsherde ausgemacht werden. Die steigenden Zahlen sind im Wesentlichen auf zwei größere Familienverbände mit Migrationshintergrund zurückzuführen. Beide betroffenen Familien wohnen in der Schweinfurter Innenstadt und befanden sich bereits in Quarantäne. Eine Familie ist seit gestern isoliert, nachdem Selbsttests positiv ausgefallen waren, die andere Familie befindet sich seit 8. Juni als enge Kontaktpersonen in Quarantäne.

Bislang konnte keine Verbindung zwischen den Familien festgestellt werden, auch ist derzeit keine vorangegangene Feierlichkeit bekannt, die Auslöser der Infektionen hätte sein können.

Ausdrücklich betont wird an dieser Stelle, dass sich beide Familien sehr kooperativ verhalten. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Quarantäneanordnungen beachtet werden und so die Infektionskette unterbrochen werden konnte. Kommen keine weiteren Neuinfektionen dazu, ist mit einer schnellen Absenkung des aktuellen Inzidenzwertes zu rechnen.

Für große Familien in engen Wohnverhältnissen ist eine Quarantäne einzelner Personen äußerst schwierig, weshalb Familien wie die hier betroffenen nicht verurteilt werden dürfen. Die Virusmutationen tragen ihren Teil dazu bei, dass es innerhalb von Familien relativ häufig zu gegenseitigen Infektionen kommt.

„Natürlich ist die Situation in erster Linie für die betroffenen Familien besorgniserregend, aber auch für die gesamte Stadt Schweinfurt ist die Entwicklung unbefriedigend, befinden wir uns doch erst seit Kurzem auf einem Weg der Erleichterungen. Wir werden gemeinsam mit dem Gesundheitsamt alles daransetzen, die Infektionskette zu unterbrechen und in solchen Familienverbänden noch besser aufzuklären“, so Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Landrat Florian Töpper.

Zwischenzeitlich wurde auch der Integrationsbeauftragte der Stadt Schweinfurt in Kenntnis gesetzt. Er wird versuchen weiter aufzuklären. Städtische Mitarbeiter sind schon seit mehreren Wochen mit Sprachmittlern im Stadtgebiet unterwegs, um unter anderem bei der Registrierung für die Corona-Schutzimpfung zu unterstützen. Ziel ist es, gerade Familien mit Migrationshintergrund, die oftmals enger in größeren Familienverbänden zusammenleben – womit ein höheres Infektionsrisiko einhergeht – aufzuklären und zu sensibilisieren.

Einen Ausweg aus der Pandemie gibt es aber weiterhin nur durch eine größtmögliche Durchimpfung der Bevölkerung. Erreicht werden kann dieses Ziel ausschließlich dann, wenn mehr und ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Stadt und Landkreis Schweinfurt hoffen, dass dies spätestens Ende Juni der Fall ist. Dann können auch die bereits in Vorbereitung befindlichen „Impfungen vor Ort“ in den dicht bewohnten Stadtteilen durch das Impfzentrum Schweinfurt erfolgen.

Das Gesundheitsamt ruft weiterhin dazu auf, die Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln einzuhalten. Dies ist der beste Schutz vor Übertragung des Virus. Nur durch die Mithilfe aller können Infektionsketten effektiv unterbrochen werden und die Inzidenzen langfristig sinken.

SAZ-Redakteur

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