Schonungen startet große Kanal-Inventur Investitionsoffensive in die Infrastruktur

„Es ist eine gewaltige Inventur, die da vor uns liegt!“, so beschreibt Bürgermeister Stefan Rottmann die instationäre hydrodynamische Kanalnetzberechnung sowie Bauzustandsbewertungen der Entwässerungseinrichtungen.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich nichts anderes als eine aufwändige Simulationsberechnung, die die Leistungsfähigkeit sämtlicher Kanäle darstellt. Am Ende geht es vor allem darum, in welcher Dimensionierung die Kanäle ausgeführt sein sollten, um extremen Starkregenereignissen gewappnet zu sein. Dazu kommt eine genaue Analyse aufgrund von Kanal-TV-Befahrungen zum baulichen Zustand der Kanalisation. Teilweise 60 Jahre sind die Kanalbauwerke alt und damit akut erneuerungsbedürftig.
Ortsteil für Ortsteil wird durch das Bauamt unter die Lupe genommen: Als nächstes stehen Mainberg, Waldsachsen und Abersfeld an. Die Auswertung und Datenbasis etlicher Kilometer Kanaltrasse bilden dann schließlich die Grundlage für weitere Sanierungen und stellen schließlich die Handlungsbedarfe dar. Über 120.000 Euro nimmt Schonungen für die Untersuchung der drei Ortsteile in die Hand, wie in einer der jüngsten Sitzungen nun beschlossen wurde. In den zurückliegenden Jahren wurde die Schmutzfrachtsimulation in der Großgemeinde Schonungen durchgeführt. Mit dieser Berechnung ist die Abwasserableitung Richtung Schweinfurt definiert worden. Für die hieraus resultierenden Berechnungswerte wurde eine sogenannte instationäre hydrodynamische Kanalberechnung der einzelnen Ortsteile erarbeitet, in der die Kanalsituation und Kanalzustände ausgewertet werden konnten. Diese Berechnungen waren für die Kanalbaumaßnahmen mit Sonderbauwerken erforderlich, um das Abwasser der umliegenden Ortsteile an das Abwasserstystem von Schonungen nach Schweinfurt zuzuführen.
Großgemeindeweit laufen gerade Baustellen in einem nie da gewesenem Ausmaß und Investitionsvolumen. Alleine in den Tiefbau, insbesondere in den Kanalbau steckt die Gemeinde zweistellige Millionenbeträge. Weite Teile der Entwässerungseinrichtung werden modernisiert, vergrößert und erweitert. Ein leistungsfähiges Kanalnetz soll den Unterhalt und damit die laufenden Kosten deutlich reduzieren, dem Umwelt- und Naturschutz, vor allem aber den extremer werdenden Starkregenereignissen Rechnung tragen. Hinzu kommen neben dem oft umfangreichen Kanalbau nicht selten noch der Austausch von Wasserleitungen, die Erneuerung von Gas, Strom, Telefon, Glasfaser bis hin zum Straßenneubau und das Setzen neuer Laternen.

Trotz der dramatischen Bilder im Fernsehen durch Hochwasserschäden zählt der Kanalbau häufig zu den undankbarsten Aufgaben in der Kommunalpolitik. Kanäle werden oft als teuer, aber auch selbstverständlich angesehen und sind nicht sicht- bzw. wahrnehmbar unterirdisch vergraben. Während den Baumaßnahmen handelt sich die Gemeinde oft genug Ärger mit Verkehrsbeeinträchtigungen, problematischen Zufahrten, Parkplatznot, Lärm, Staub, Dreck und Schäden in Folge der Baustelle ein. „Der Kanalbau sorgt normalerweise nicht für Begeisterung und Beifall, trotzdem haben wir im Gemeinderat ein beispielloses Infrastrukturprojekt auf den Weg gebracht!“, weiß Bürgermeister Stefan Rottmann zu berichten.

Man werde es nicht „schleifen“ lassen, am „Ball“ bleiben und kontinuierlich weitere Kanalverbesserungsprojekte anstoßen. Es gehe aber dann auch immer um die gesamte Infrastruktur: Dazu gehören neben der Entwässerung aber auch die Sanierung von Straßen, Wasserleitungen, usw… Aufgrund der enormen Investitionsoffensiven in die Kanalinfrastruktur hat es die Großgemeinde nun auch geschafft in ein besonderes Förderprogramm zu kommen: Wie berichtet konnte Schonungen etwa 4,5 Millionen Euro über das RZWAs-Programm der Bayerischen Wasserwirtschaft generieren. Damit wird der Fleiß und die Bemühungen der Großgemeinde honoriert und Anreize geschaffen weitere Projekte in Angriff zu nehmen, erklärt Rottmann.

 

Redaktion SAZ

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