Sportvereine krisenfest machen Reger Austausch bei der zweiten Fachkonferenz „Sportvereine in der Corona-Krise“ – Parteiübergreifender Antrag im Stadtrat geplant

Die erste Online-Fachkonferenz, die im April von die SPD-Fraktion zum Thema „Sportvereine in der Corona-Krise“ durchgeführt wurde, offenbarte einen hohen Bedarf am Austausch unter den Vereinen, aber auch mit Verantwortlichen aus Politik und Verbänden. Wie angekündigt kam es nun zur Fortsetzung, zu der sich mit über 20 Vereinsvertreterinnen und -vertreter noch mehr Vereine als bei der ersten Konferenz angemeldet hatten. Zur zweiten Auflage, die wiederum durch die SPD-Stadtratsfraktion organisiert wurde, waren wie angekündigt auch Vertreterinnen und Vertreter weitere Fraktionen aus dem Stadtrat geladen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Hofmann ging in seiner Begrüßung auf die Ergebnisse der ersten Online-Sportkonferenz ein und freute sich, dass die Kolleginnen und Kollegen mit ihrer Teilnahme dokumentierten, wie wichtig sie das Thema ansähen und dass somit Aussicht auf ein fraktionsübergreifendes Handeln bestünde. Damit wären die Grundlagen für zielgerichtete Unterstützung gelegt. SPD-Stadträtin Julia Stürmer-Hawlitschek, die gemeinsam mit den Sportausschuss-Mitgliedern Marianne Prowald und Prof. Dr. Hubert Seggewiß eingeladen hatte, wies in ihrer Einleitung auf die negativen Auswirkungen der Pandemie für die körperliche und soziale Entwicklung mit all ihren möglichen Langzeitfolgen hin. Dies bestätigten verschiedene Teilnehmenden. Zum Teil verschärften sich auch Probleme. So betrügen die Wartezeiten für die Schwimmausbildung momentan sage und schreibe zwei Jahre, so Yvonne Gutmann und Katja Scholz vom Schwimmclub. Sie würden gewissermaßen „auf dem Trockenen sitzen“. Es fehle an Wasser, an geeigneten Becken und kindertauglichen Uhrzeiten. Ein Zustand allerdings, der sich bereits vor Corona angebahnt hatte, wie auch Dr. Georg Appold, Vorstand der TG 48, anmerkte. Als zumindest kurzfristiger Lösungsvorschlag wurde ein Öffnung der Hallenbäder auch in Ferienzeiten angeregt, um die pandemiebedingten Fehlzeiten zumindest teilweise auszugleichen.
Sportausschuss solle früher tagen
Positiv nahmen die Teilnehmer die Anregung von CSU-Stadtrat Klaus Rehberger auf, dass der Sportausschuss der Stadt Schweinfurt im Gegensatz zum üblichen Tagungskalender frühzeitig, möglichst noch vor den Sommerferien, tagen solle, um die Rahmenbedingungen und -möglichkeiten für eine frühzeitige Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten für Kinder und Jugendliche zu begleiten. Udo Schneider vom TV Oberndorf regte hierzu an, auch die Turnhallen in den Ferien offen zu lassen.
Übereinstimmend informierten die Vereinsvertretungen, dass die aktuell notwendigen Testmodalitäten die Vereine auch vor große Herausforderungen stellten. Hier sollte den Vereinen mehr Vertrauen geschenkt werden.
Klaus Schuler vom Sportverband für Schweinfurt verwies auf die herausragende Wichtigkeit des Abfalls der Inzidenzwerte in Schweinfurt auf unter 50.
Für eine stärkere Digitalisierung in Richtung Weiterbildungen und Strukturanalysen auch im Sportbereich sprach sich Marco Gößmann-Schmitt vom Track and Field Club Mainfranken aus, der im bayrischen Radverband aktiv ist. So gäbe es bessere Möglichkeiten, junge engagierte Mitglieder zu akquirieren, die gern Verantwortung übernehmen. Für ihn verstärke Corona die Probleme, die ohnehin schon bestanden hatten.
SPD bringt Vorschlag zur Unterstützung Kinder und Jugendlicher ein
Julia Stürmer-Hawlitschek stellte dann ein Konzept vor, wie man Kinder und Jugendliche zur Aufnahme regelmäßiger sportlicher Aktivität in Vereinen animieren könnte. Sie schlug hierzu eine einmalige städtische Pauschale von 50 Euro für jedes neuangemeldete Kind zwischen 3 und 18 Jahren in Schweinfurt vor, mit der die Mitgliedschaft in einem Sportverein der Wahl unterstützt werden soll. Gleichzeitig ermöglicht dieser Vorschlag der Stadt Schweinfurt, auf die umfangreichen sportlichen Möglichkeiten hinzuweisen.
Sinan Öztürk, Stadtrat der Linken, begrüßte den Antrag, da viele Kinder auch unter der Kurzarbeit ihrer Eltern leiden. Dr. Ulrike Schneider ergänzte, dass aktiv gegen den erlittenen Bewegungsmangel bei Kinder und Jugendlichen vorgegangen werden müsse.
Der Vorschlag wurde in der Diskussion weitergeführt. Mehrere Teilnehmer sprachen sich dafür aus, neben der Nachfrage- vor allem an der Angebotsfrage zu arbeiten. Es müssen Sogeffekte entstehen und die Attraktivität des Sportes gefördert werden, so äußerten sich Grünen-Stadtrat Holger Laschka und ISB-Vorstand Sebastian Bauer einhellig.
Verein sei ja auch mehr als Sportangebot, sondern auch der Ort des Miteinanders und der gemeinsamen Aktivitäten, der sich im besten Falle als Familie als anfühlen sollte, so Yvonne Gutmann.
Um das Erlebnis zu stärken, wären mehr Schnupperkurse wünschenswert, damit Bindungen geschaffen werden können, so Kristina Unsleber, ebenso vom ISB.
In eine ähnliche Richtung äußerte sich auch Kurt Vogel, der BLSV-Kreisvorsitzende. Vereine müssten grundsätzlich ein attraktives Angebot schaffen, um Anziehungs-Effekte zu erzeugen. Mit diesen Angeboten sollte frühzeitig angesetzt werden, darauf legte Kristina Dietz, Trainerin bei der TG 48 wert. Auch Dreijährige dürften hier nicht vergessen werden.
Nach zwei Stunden intensiver Diskussion dankte Ralf Hofmann allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und kündigte an, dass die SPD-Fraktion sich um eines fraktionsübergreifendes Antragspaket kümmern werde. Als einen zusätzlichen Erfolg der SPD-Initiative sehe er auch an, dass auch die Sportverwaltung inzwischen Kontakt zu den Vereinen aufgenommen habe, um das Interesse einer Sportkonferenz auszuloten.

SAZ-Redaktion3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.