Suppenküche für sozial Schwache Große Resonanz für die neueste Aktion der Schweinfurter Kindertafel

„Ich hätte nie gedacht, dass es in Schweinfurt so viele Bedürftige gibt“, sagt Irena, die als ehrenamtliche Kraft der Kindertafel an der Ausgabe der Suppenküche arbeitet.

Und ihre Mitstreiterin Gudrun fügt hinzu, dass die Menschen sehr dankbar seien und „sich unwahrscheinlich über das tägliche warme Mittagessen freuen. Manche bringen eigenes Geschirr mit oder kleine Töpfe, um für die Familie, die Kinder daheim etwas mitzunehmen.“
Auch Udo Geyer, Gastronom aus Euerbach, ist mit viel Herzblut dabei; täglich kocht er aus frischen Zutaten wechselnde „kräftige Suppen, die Menschen müssen was im Magen haben und satt werden“, backt Brötchen und liefert immer montags bis freitags um kurz vor 11 Uhr das warme Essen an der Ausgabestelle der Suppenküche, in der Friedrichstraße 8, an. Dort warten schon sozial Schwache, trotzten Wind und Wetter, freuen sich auf die leckeren Suppen, das Brötchen und ein Getränk und danken dem Team herzlich. Ab und zu, so berichten sowohl die Mitarbeitenden der Kindertafel als auch Gastronom Geyer, komme man auch ins Gespräch. „Es ist uns allen eine echte Herzensangelegenheit, bedürftige Menschen zu unterstützen!“

Immer mehr Bedürftige 

Am 16. Februar startete die Aktion Suppenküche der Schweinfurter Kindertafel und war zunächst bis zum 16. März befristet. „Die Resonanz war dermaßen gut, dass wir uns entschlossen haben, das Projekt auf jeden Fall noch bis zum 31. März fortzuführen“, erläutert
Stefan Labus, Vorsitzender der Schweinfurter Kindertafel e.V. Zudem werde im Vorstand derzeit darüber nachgedacht, das Projekt Suppenküche auch zukünftig anzubieten. „Die Zahlen sprechen für sich! Seit dem Start am 16. Februar haben wir täglich durchschnittlich 30 Essensabholer bei uns. Die Suppe wird montags bis freitags immer zwischen 11 und 13 Uhr ausgegeben, an manchen Tagen ist der riesige Topf schon um 12.30 Uhr leer. Es hat sich herumgesprochen und viele Menschen kommen zu uns: ältere Mitbürger, Obdachlose, Nichtsesshafte, Hartz-IV-Empfänger, -Familien, Alleinerziehende und Personen, die selber nicht kochen können. Der Bedarf und die Not sind leider sehr groß, wie wir in den letzten Wochen gesehen haben“, konstatiert Stefan Labus in einer Pressemitteilung der Schweinfurter Kindertafel e.V.
Dass die Aktion Suppenküche so durchgeführt werden könne, liege zum einen an der Tatsache, dass die Schulen aufgrund des Wechselunterrichts nicht so viele Frühstückspäckchen abriefen und die Mitarbeiter der Kindertafel dadurch Kapazitäten freihätten und zum anderen an dem großen Engagement der Mitstreiter der Kindertafel. „Wir leben Solidarität und reden nicht nur darüber!“

Mittlerweile hat das Projekt Suppenküche Schweinfurt immer mehr Wellen geschlagen: So gingen von namhafter Seite zweckgebundene Geldspenden für die Aktion ein, außerdem hat sich das Ristorante Vicinoteca mit Inhaberin Lilia Junghänel mit einer essbaren Spende beteiligt: 30 Portionen einer italienischen Gemüsesuppe wurden gekocht und der Suppenküche zur Verfügung gestellt. Inzwischen habe sich auch die Leitung der Alfons-Goppel-Schule bei Stefan Labus gemeldet. „Die Schülerinnen und Schüler sowie die Schulleitung, die diese Aktion einfach toll finden, möchten uns ebenfalls unterstützen und kochen und backen 30 Portionen für einen Ausgabetag.“

Alle sind Willkommen 

Bei der Schweinfurter Suppenküche sind alle Menschen willkommen, man erhält die kostenlose Suppe, Brötchen, Getränk OHNE irgendeinen Bedürftigkeitsnachweis. Finanziert wird die Aktion von der Schweinfurter Kindertafel, die mit Udo Geyer einen engagierten Caterer gefunden hat. Außerdem arbeitet die Kindertafel seit zwölf Jahren mit festen Partnern zusammen wie den Metzgereien Feiler, Michel, Uehlein, Bäcker Russ und Höreder Beck sowie Feinkost Walter aus Kitzingen. „Uns ist es sehr wichtig Produkte aus der Region zu kaufen und zu verwenden. Daher sind wir jetzt eine Kooperation mit SoLaWi Schweinfurt e.V. eingegangen, die uns mit dem täglichen Bedarf an Rohkost für unsere Schulpäckchen versorgen. Außerdem haben wir mit der AOK Bayern einen Partner in Ernährungsfragen, hier werden wir entsprechend beraten und betreut“, hebt Stefan Labus hervor, der sich für die tatkräftige Unterstützung aller Beteiligten sehr herzlich bedankt.

Suppenküchen entstanden als weltliche Gegenstücke zur sogenannten Armenspeisung der Klöster und existierten schon im 18. Jahrhundert in vielen europäischen Großstädten. Auch heutzutage gibt es Suppenküchen in vielen Städten Deutschlands, die gratis oder gegen ein geringes Entgelt vor allem Suppe oder Eintöpfen ausgeben, daher der Name.

SAZ-Redaktion3

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