Vorzeigbares städtebauliches Quartier Bereich Kessler-Field Süd soll aktuelle Klimavoraussetzungen erfüllen

Im Rahmen eines Modellvorhabens des experimentellen Wohnungsbaus plant die Stadt Schweinfurt einen Wettbewerb für einen städtebaulichen Entwurf unter dem Motto „Grünes Band – Klimaquartier Kessler Field Süd“.  Dieses Modellvorhaben soll vor allem die klimatischen Veränderungen der Zukunft berücksichtigen und schon im Vorfeld der Landesgartenschau ein vorzeigbares städtebauliches Quartier aufzeigen.

Auf der Objektebene gilt es, eine Überhitzung innerhalb der Wohngebäude zu vermeiden und eine hohe Aufenthaltsqualität in den Wohnungen zu gewährleisten. Die neuen Niederschlagsmuster wie Starkregenereignisse sind bei der Planung ebenso zu berücksichtigen, um Überschwemmungen und Gebäudeschäden möglichst zu verhindern.

Die jahrzehntelange Tradition als Militärstandort ging mit dem Abzug der US-Streitkräfte im Herbst 2014 zu Ende. Die militärischen Liegenschaften werden nun überplant und neuen Nutzungen zugeführt.  Sichtbare erste Schritte im Rahmen des Transformationsprozesses sind der Umbau der ehemaligen amerikanischen Wohnsiedlung Askren Manor zum neuen Stadtteil Bellevue, der Bau eines ersten Hochschulgebäudes des künftigen Hochschulcampus auf dem ehemaligen Gelände der Ledward Barracks, der Bau der Carus-Allee als Nationales Projekt des Städtebaus, der Verkauf der Wohngebäude in Yorktown Village an Einzeleigentümer, sowie die Planung in Kessler Field Nord für ein Wohngebiet für parzellengebundenes Wohnen.

Aktuelle Planungen bestehen in Verbindung mit dem Grünen Band mit der Ausrichtung der LGS in 2026 und der Entwicklung des Klimaquartiers Kessler Field Süd.   Dort sollen klimaangepasste städtebauliche Strukturen, die Umsetzung einer angepassten Dichte und Bauweise, das Freihalten von Frischluftschneisen und die Vermeidung von Wärmeinseln umgesetzt werden.

Der rund 8,2 ha große Wettbewerbsbereich Kessler Field Süd  umfasst die ehemaligen Sportanlagen, im Süden die anliegende Willi-Kaidel-Straße mit den angrenzenden Grünbereichen, im Osten die beiden zu erhaltenden, weitergenutzten Hallen sowie im Westen das abzubrechende Gelände des insolventen Reitvereins.

Die Aufgabe an die Planer beinhaltet das Aufzeigen modellhafter integrativer Lösungen, welche Wohnen, Freiraum, Mobilität sowie die Energie, Wärme- und Wasserversorgung bereits auf Quartiersebene zusammenführen.

Im Ergebnis soll eine robuste Grundstruktur entstehen, die in der nachfolgenden Phase 2 mit unterschiedlichsten Gebäudeentwürfen gefüllt werden kann. Für ein angestrebtes stabiles, gemischt genutztes Quartier sollen unterschiedliche Gebäudetypologien mit überwiegend Geschosswohnungsbau entstehen.

Zugleich soll durch die Anordnung der Gebäude der Lärmeintrag aus der Umgebung weitestgehend abgemildert werden. Entsprechende konkrete Lösungsansätze werden derzeitin einem Gutachten untersucht und werden Bestandteil der Aufgabenstellung.

Die geringe Wettbewerbsfläche und der honorarrechtlich definierte Leistungsumfang im städtebaulichen Entwurf bedingen eine sogenannte Unterschwellenvergabe.

Der Wettbewerb erfolgt deshalb als Einladungswettbewerb mit sechs ausgewählten, renommierten Büros. Es ist beabsichtigt, den Wettbewerbssieger mit der Ausarbeitung eines städtebaulichen Entwurfs weiter zu beauftragen.

Die Gesamtkosten für das Verfahren (ohne weitere Beauftragung) betragen ca. 220.000 Euro. Die Maßnahme wird mit Städtebaufördermittel mit einem Prozentsatz von 60 % gefördert. Die Auslobung wird bis Ende 04/21 fertig gestellt und an die Teilnehmer versandt. Das Preisgericht tagt am 22.07.21

SAZ-Redakteur

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