„Was macht der Vogel mit der Linie?“ Installation aus Mitbringseln von Reisen

Schweinfurt (red). Die neueste Ausstellung in der Kunsthalle befasst sich mit Werken von Hubertus Hess und Peter Kampehl. Unter dem Titel „Was macht der Vogel mit der Linie?“ sind die Exponate noch bis zum 19. Februar zu sehen.

Mit der überraschenden Frage „Was macht der Vogel mit der Linie?“ treffen der Bildhauer und Objektkünstler Hubertus Hess (*1953 in Coburg) und der Maler Peter Kampehl (*1947 in Fürth) in ihren zunächst unvergleichbar erscheinenden künstlerischen Welten in der großen Halle des ehemaligen Hallenbades direkt aufeinander.

Der kleine ausgestopfte Vogel des Titelmotivs bekrönt eine Installation aus Mitbringseln von Reisen in alle Teile der Welt, die Hubertus Hess unternommen hat. Diese Materialassemblage aus Dingen, die zu ihm gekommen sind, wie der Künstler selbst sagt, ist kennzeichnend für seine Arbeitsweise. Zunächst an der Holzschnitzschule in Bischofsheim/Rhön ausgebildet, absolvierte Hess ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, arbeitet als Bildhauer allerdings seit vielen Jahren vornehmlich mit Fundstücken unterschiedlichster Materialität. Erinnerungen an alte Kunst- und Wunderkammern werden wachgerufen.

Doch was macht nun der kleine Vogel mit den völlig anders gearteten Bildwelten Peter Kampehls, mit Gitter-, Punkt-, Linienstrukturen, mit den frei gefundenen abstrakten Zeichen? Seine Werke sind der nicht gegenständlichen abstrakten Malerei zuzuordnen, in der er seit vielen Jahren seine eigene Position verfolgt. Waren in den frühen Arbeiten noch Motive auszumachen, die sich aus dem Mikrokosmos der Natur ableiten ließen, so sind die Werke längst emanzipiert zu rein abstrakten Erzählungen.

Mögen seine Arbeiten bisweilen durchaus Nähe zu einer Zeichnung haben, so ist Kampehl doch in erster Linie Maler, der den Malprozess thematisiert und auch mit den malerischen Gegebenheiten von Farbe spielt. Lasierende Schichten – manchmal mit feinem Sand gemischt – werden übereinandergelegt, bilden eine eigene Struktur des Grundes in gebrochener Farbigkeit.

Im Begleitproramm kommt es am Donnerstag,5. Januar von 10 bis 12 Uhr zu einem Workshop für Kinder mit Annette Albert. Anmeldung unter 09721 51 4744 oder elisa.moeller@schweinfurt.de. Darüber hinaus ist am Donnerstag, 12. Januar, um 19 Uhr, artist talk: Hubertus Hess, Peter Kampehl und Dr. Barbara Kahle (Kuratorin) im Gespräch , sowie am Donnerstag, 16. Febrauar, um 19 Uhr, eine Kuratorenführung mit Dr. Barbara Kahle

SAZ-Redaktion3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert