Wasserrettungsstation am Ellertshäuser See DLRG Schonungen übernimmt die Betreuung der Notfallrettung im Ernstfall

Stadtlauringen (red). Spaziert man am Ellertshäuser See oberhalb des Kiosks entlang, kann man schon die Umrisse des neuen Projekts durch ein rotweißes Flatterband erkennen. Dort nämlich soll in naher Zukunft eine Wasserrettungsstation durch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) e. V. Ortsverband Schonungen errichtet und betrieben werden.

Mitte Februar wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass zu diesem Zweck der Markt Stadtlauringen der DLRG e.V. OV Schonungen das Nutzungsrecht für dieses Teilgrundstück überlässt. Die Station soll vor allem im Zeitraum 15. Mai bis 15. September an den Wochenenden und Feiertagen in der Zeit von 8 bis 18 Uhr besetzt und dies für Badegäste durch eine Fahne erkenntlich sein. Der in Containerbauweise geplante Baukörper werde sich bei der Fassadengestaltung optisch an das bestehende Kioskgebäude orientieren. Weder durch den Bau, der noch diesen Sommer fertiggestellt sein soll, noch durch den laufenden Betrieb entstehen für die Marktgemeinde Kosten, da die Maßnahme komplett vom DLRG getragen und durch verschiedene Institutionen finanziell unterstützt wird. Darüber hinaus werden die Einsätze mit den Krankenkassen abgerechnet.

Bürgermeister Friedel Heckenlauer traf sich nun mit dem Vorsitzenden der DLRG Schonungen René Wagenhäuser und den technischen Leitern Erwin Reuter (Ausbildung) und Niklas Hock (Einsatz) am geplanten Standort der Wasserrettungsstation zur offiziellen Unterzeichnung des Nutzungsvertrags. „Es ist gut zu wissen, dass man in Zukunft am größten Stausee in Unterfranken bei Bedarf auch mit professioneller Hilfe und medizinischer Versorgung rechnen kann.“ sagte Heckenlauer, der sich auf die kommende Wasserrettungsstation freut. Denn der 1955 ursprünglich als Wasserspeicher geplante Stausee wurde vor allem seit seiner Neugestaltung 2013 weit über die regionalen Grenzen bekannt. Seit am Nordufer eine Badestelle mit Liegewiese, eine Badeinsel und ein Steg, ein großzügiger Spielplatz mit Wasserspielelementen und ein Kiosk mit Sanitäranlage und Umkleidekabinen errichtet wurden, lädt der See als Naherholungsgebiet zahlreiche Touristen zum Baden ein. Eine Badeaufsicht vor allem zu den Hauptbadezeiten sei daher sehr sinnvoll, so der Bürgermeister.

Rene Wagenhäuser ergänzte: „Es gibt immer wieder Badegäste, die Distanzen unter- und ihre eigenen Kräfte überschätzen. Vielen Schwimmern fehlt die nötige Ausdauer um eine Strecke beispielsweise bis zum gegenüberliegenden Seeufer zurückzulegen. Das sind immerhin bis zu 370 Meter und das unter Umständen bei Gegenwind.“ Durch die erhöhte Lage der Wasserrettungsstation am Nordufer haben die trainierten Rettungsschwimmer einen großen Teil des Sees im Blick und auch kleine Fußtrupps, die am Ufer patrouillieren werden, können Notlagen schnell erkennen. Für die Rettung Ertrinkender kommen ein Rettungsfahrzeug und ein Boot zum Einsatz. „Wir hoffen natürlich, dass diese Art von Einsätzen nicht oft notwendig sein werden.“, so René Wagenhäuser und erklärt, dass die meisten Einsätze die medizinische Versorgung von Wassersportverletzungen, Schnittwunden durch Scherben, Insektenstiche, aber auch von Kreislauf- und Herz-Rhythmus-Störungen seien. Abgesehen von den Einsätzen werden die Mitglieder der DLRG Schonungen auch ihr Training am und im See absolvieren. Der 400 Mitglieder starke Verein mit einem der größten und aktivsten Jugend-Einsatz-Team in Bayern, bestehend aus 25 Jugendlichen und 10 Ausbildern, trainiert regelmäßig sowohl in Schwimmbädern, als auch an der Küste der Ostsee, in Flüssen und Seen, da die Bedingungen jeweils sehr unterschiedlich sind.

SAZ-Redakteur

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