Zwei starke Rettungshundeteams Johanniter-Teams aus Schweinfurt zeigen Leistungsrichtern in Hersbruck ihr Können bei Vermisstensuche

„Personen werden im Wald vermisst, darum wurden Sie von der Einsatzleitung zur Suche angefordert“ – mit diesem Szenario sahen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Rettungshundeprüfung konfrontiert. In Hersbruck richtete die Johanniter-Rettungshundestaffel Mittelfranken eine Prüfung für Flächensuchhunde aus.

Neun Teams aus Bayern stellten sich dieser Anforderung. Nach zwei Tagen konnten sich fünf Hund-Mensch-Gespanne über die bestandene Prüfung freuen. Darunter sind auch die beiden Schweinfurterinnen Nadine Weingart und Sabine Steiner, die mit ihren Hündinnen Cayuma und Mira die Prüfung erfolgreich meisterten.

Begonnen hatten die beiden Prüfungstage mit einer theoretischen Prüfung. „Uns wurden Fragen zu Einsatztaktik, Erster Hilfe an Mensch und Hund, Wetterkunde, Karte und Kompass gestellt, die wir alle beantworten konnte“, berichten die beiden Hundeführerinnen Nadine Weingart und Sabine Steiner. Anschließend stellten die Hunde ihren Gehorsam unter Beweis. Hierbei mussten die Hunde dicht an ihren Hundeführerinnen laufen, ihren Kommandos gehorchen und durften sich dabei auch von fremden Menschen und Hunden nicht ablenken lassen. „Die ganze Prüfung bedeutet für die Prüflinge ein gewisses Stresslevel, ähnlich einem realen Einsatz“, erklärt Zugführer Andreas Ebeling.

Im Anschluss hieß es für die zwei Prüflinge aus Schweinfurt, einen guten Riecher zu beweisen. Bei der Trümmer- und Flächensuche mussten die Hunde und ihre Hundeführerin „Hand in Pfote“ zusammenarbeiten. Auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Suchgelände in Hersbruck, bekamen die Teams 20 Minuten Zeit, im Wald versteckte Personen zu finden. Nach den erfolgreich absolvierten Prüfungen erhielten die Teams ihre Zertifizierung auf Basis der „Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO)“ und sind damit fortan zu Rettungseinsätzen zugelassen.

„Die Ausbildung zum Rettungshund dauert in der Regel zwei Jahre. Daher freuen wir uns immer, wenn unsere Hundeführer dann mit einem guten Ergebnis nach Hause kommen“, berichtet Andreas Ebeling.

Über die Arbeit mit Rettungshunden

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes leisten die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen und werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 20 Minuten bis zu 30.000 Quadratmeter absuchen. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen. Diese muss alle 18 Monate aufgefrischt werden.

Redaktion SAZ

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